Das Kostenmärchen „Virale Videos sind preiswert“.

Der Traum eines jeden Unternehmers. Mit geringstem Budget eine große Werbewirkung erzielen. Wie realistisch ist die Planung für solch einen großen Wurf?

Wir alle kennen diese Katzenvideos, die sich ähnlich wie ein Virus ausbreiten und innerhalb kürzester Zeit Millionen von Klicks erzielen. Solch ein Video über das eigene Produkt ist der Traum eines jeden Firmeninhabers, am besten ohne hohe Produktionskosten und dann noch die 10 Millionen-Klick-Marke knacken. In vielen Büchern steht es ja auch: „Mit viralem Marketing und kleinem Budget erfolgreich werden“.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Firma Blendtec und deren Produkt, ein Standmixer. Noch während die Menschen vor 10 Jahren vor den Apple-Shops Schlange standen und teilweise vor den Stores in Zelten übernachteten, um eines der begehrten iPhones zu ergattern, stellte der Firmengründer ein Video ins Netz, in dem er zeigte, wie sein Standmixer ohne Probleme sein neues iPhone häckselt. Ergebnis: 12 Millionen Aufrufe auf YouTube. Drei Jahre später toppte er diesen Erfolg noch mit der Zerstörung des ersten iPads, mit bis heute über 18 Millionen Aufrufen. Es war eine unglaubliche Werbewirkung mit geringem Budgeteinsatz.
Natürlich versuchten daraufhin tausende von Firmen, diesen Erfolg auch mit eigenen Videos zu erzielen. Es liegt jedoch in der Natur des Menschen, dass man nur die Gewinner, aber nicht die vielen Verlierer sieht. Somit war es auch kaum verwunderlich, dass der Beratermarkt im Bereich virales Marketing überproportional anstieg. Das Versprechen, mit wenig Geld eine enorme Werbewirkung zu erzielen, ist einfach zu verlockend.

Es gilt dabei jedoch zwei Tatsachen zu bedenken.

1. Die Wahrscheinlichkeit, einen viralen Hit mit einem billigen Video zu landen, ist denkbar gering.
2. Auch ein geringes Budget bedeutet Kosten, die im Fall eines Misserfolges (und es sollten schon einige Flops miteinberechnet werden) ohne Return on Investment verloren gehen.

Gründern und Unternehmen mit kleinem Budget rate ich aus diesem Grund von viralen Videos ab.

Anders sieht es bei Unternehmen mit größeren Budgets aus. Die Werbeagentur Jung von Matt hat bereits ganz gezielt mehrere virale Hits für ihre Kunden, wie BVG, EDEKA und Netto produziert und im Internet erfolgreich platziert. Die Videos wurden entsprechend professionell erstellt und wenn es mal nicht so klappt, tut es auch nicht so weh. Eins steht jedoch fest, billig war das nicht. In Relation zu der Schaltung teurer Fernsehspots war es für die Unternehmen sicher günstiger, für einen Gründer oder einem kleinen Unternehmen mit geringem Budget wäre es jedoch reines Glücksspiel und die Chancen stehen nicht bei ihm, denn am Ende der Nacht gewinnt immer das Casino.

Videos sind ein optimales Marketingtool, um Informationen an die potentiellen Kunden weiterzugeben, z.B. bei Produkten und Dienstleistungen, die erklärungsbedürftig sind. Diese Videos können dann auch relativ preisgünstig produziert werden und leisten für das Marketing einen direkten Nutzen.

Videos, die mit dem Ziel der viralen Verbreitung erstellt werden, müssen entweder teuer produziert und aufwendig platziert werden oder sie hängen von dem Glück ab, dass ein Geistesblitz gerade perfekt auf den Zeitgeist der User trifft.










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