Das Kostenmärchen: „SEO kostet nichts“.

SEO

Der Markt für SEO-Bücher und -Seminare boomt. Ist SEO jedoch wirklich so wirtschaftlich, wie es oft angepriesen wird?

Unter intensiven SEO-Maßnahmen wird das Platzieren von produkt- oder dienstleistungsspezifischen Suchbegriffen (Keywords) auf Suchmaschinen verstanden.

Immer häufiger rate ich von intensiven SEO-Maßnahmen ab und schwimme damit momentan gegen den Strom.

Die Vorstellung ist ja auch zu schön. Die potentiellen Kunden suchen im Internet nach einem Produkt oder einer Dienstleistung und mein Unternehmen oder mein Angebot wird auf der ersten Seite der Suchmaschine angezeigt, meistens ist es Google und das völlig kostenlos.

Mit dieser Perspektive wird der Markt mit SEO-Büchern und -Seminaren geradezu überschwemmt. Genauso verführerisch ist die Vorstellung, dass eine Reise zum Mars nur 3 Minuten dauert, wenn wir mit Lichtgeschwindigkeit fliegen könnten. Können wir aber nicht.

Ganz so schwierig ist die erste Google-Seite zwar nicht zu erreichen, aber blicken wir mal den Tatsachen ins Auge. Die ersten und die letzten drei Plätze der Seite eins werden von Anzeigen besetzt. Dazwischen bleiben 12 bis 10 potentielle Plätze für uns frei. Wenn wir über ein durchschnittliches Angebot verfügen, also kein Nischenprodukt, dann werden wir uns mit mehreren hundert, wenn nicht sogar tausend Unternehmen und Organisationen in Konkurrenz zur ersten Seite befinden. Dazu kommen noch Blogs und Verlage mit mehreren Artikeln zum Thema, Kundenbewertungen und -meinungen und verschiedene Foren. Da wird schon mal leicht die 100.000-Marke für einen Suchbegriff überschritten. Die Erfahrung zeigt, bis auf Seite 10 ist es mit viel Einsatz (viel Weiterbildung und Eigenengagement oder hohen Kosten für die SEO-Agentur) zu schaffen. Sie haben es sogar auf Seite drei geschafft? Glückwunsch! Sie haben damit Ihre Rate an Werbeanrufen und Werbe-E-Mails entschieden erhöht, denn viele Callcenter gehen bei der Jagd auf Neukunden auch die hinteren Seiten der Suchmaschinen durch, was aber nicht für Ihre potentiellen Kunden gilt. Wenn sich ein potentieller Kunde mit der Seite zwei beschäftigt, dann ist das die Ausnahme.

Für bestimmte Branchen, wie beispielsweise Touristik, ist es entscheidend, auf der ersten Seite zu landen. Deswegen beschäftigen viele größere Unternehmen zu Recht mehrere Mitarbeiter, die sich täglich nur mit dem Thema SEO beschäftigen oder es werden SEO-Agenturen mit einem Budget auch schon mal weit über 10.000,- € pro Monat ausgestattet. Mit einem kleineren SEO-Budget stehen Sie beim Run auf das Suchmaschinen-Ranking diesen potenten Wettbewerbern gegenüber.

Natürlich gibt es auch hier die berühmten Ausnahmen. Unternehmen, die Nischenprodukte und -dienstleistungen anbieten oder sehr innovative Angebote entwickelt haben, sollten mit der intensiven Suchmaschinenoptimierung die Chance nutzen, mit einem überschaubaren Budget auf der Seite eins zu landen, denn die Konkurrenz um die entsprechenden Suchbegriffe ist noch gering und überschaubar.

Wir müssen auch zwischen den intensiven und den Standard-SEO-Aktivitäten unterscheiden. Jedes Unternehmen sollte die Standard-Suchmaschinenoptimierung durchführen. D.h. die eigene Website oder das Blog mit den Standardeinstellungen entsprechend technisch optimieren und die Seite mit einer XML-Site bei den Suchmaschinen anmelden. Ziel ist es, dass der eigene Firmenname bei der Suche auf Seite eins steht (die meisten Firmennamen stehen nicht mit gleichen oder ähnlichen Suchbegriffen in Konkurrenz), denn wenn sich Ihre Zielgruppen Ihren Namen aufgrund anderer Marketingmaßnahmen bereits gemerkt haben, dann sollte dieser im Internet auch leicht zu finden sein.

Bevor sich ein Unternehmen jedoch mit intensiven SEO-Aktivitäten beschäftigt, sollte es zuerst die eigenen Chancen recherchieren, mit allgemein gültigen Keywords auf der ersten Seite zu landen, einen genügend langen Zeitraum einplanen und das Budget realistisch kalkulieren. Keine Frage, SEO-Maßnahmen können eine enorme Hebelwirkung erzielen, allerdings dürfen wir keine Erfolgsgarantien erwarten, denn nur eins ist sicher, es wird nicht günstig.






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