Marketingspezifischen Content im Web verbreiten – Push, Pull oder beides?

Lohnt sich der hohe Aufwand für die Erstellung von Content auf Blogs, Webseiten und Facebook, wenn Klickraten und Verweildauer zu niedrig sind?

Dieser Workshop beschäftigen sich damit, wie Content im Web erfolgreich verbreitet werden kann und welchen Sinn unter bestimmten Bedingungen auch bezahlbare Ads machen, um kostenlosen Content zu verbreiten.
Der Workshop besteht aus einem Vortrag zu diesem Thema, der die Problematik und Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Besonders wichtig ist die danach folgende Diskussionsrunde aller Teilnehmer, damit die Problemstellung aus möglichst vielen Blickwinkeln betrachtet werden kann und wir uns alle zu diesem Thema weiterentwickeln können.
Der Workshop ist für alle Marketer geeignet, egal auf welchem Wissensniveau. Eine gute Mischung aus Einsteigern und Langzeit-Marketern wäre von Vorteil.
Der Workshop ist kostenlos, auf 16 Teilnehmer begrenzt und findet

am 02. November von 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr bei meeet, Konstanzer Straße 15A in 10707 Berlin
statt, direkt neben der U-Bahnstation Konstanzer Straße.

Die Anmeldung erfolgt hier über meetup: https://www.meetup.com/de-DE/Marketing-Meetup-Berlin
Die Registrierung bei meetup ist natürlich auch kostenlos.






Viva Guerilla-Marketing! Gegen die etablierte Werbeflut.

Die Masse an Werbebotschaften übersteigt die menschliche Wahrnehmungskraft. Guerilla-Marketing ist eine Möglichkeit, um beim Verbraucher anzukommen.

Das Wort Guerilla stammt aus dem Spanischen und bedeutet wörtlich übersetzt Kleinkrieg. Als Kriegsstrategie verwendet, stammt dieser Begriff wahrscheinlich aus der kubanischen Revolution, was allerdings nicht gänzlich gesichert ist. Kriegsstrategisch gesehen ist die wörtliche Übersetzung irreführend, denn genau genommen handelt es sich bei dieser Strategie darum, in kleinen Schlachten einen eigentlich überlegenden Gegner mürbe zu machen, um das Gesamtziel, das Gewinnen des Krieges, zu erreichen. Diese kleinen Schlachten werden meistens von kleinen Einheiten aus dem Hinterhalt unter Ausnutzen des Überraschungseffektes ausgeführt. Ziel ist es dabei, unter Minimierung der eigenen Verluste, dem Gegner einen maximalen Verlust zuzufügen, ihn also mit vielen kleinen Nadelstichen zu zermürben.

Im Guerilla-Marketing arbeiten wir ähnlich. Mit kleinen innovativ/kreativen Marketing-Aktionen wird versucht, eine große Aufmerksamkeit zu erzielen. Besonders effizient ist dieses Vorgehen, wenn die Aktionen auf ein breites mediales Interesse stoßen und so die Botschaften zusätzlich verbreitet werden. Vom Grundsatz her eignet sich Guerilla-Marketing gut für kleine und mittelständische Unternehmen, um große Wettbewerber mit überdurchschnittlichen Marketing-Budgets anzugreifen.


Guerilla-Marketing mit ganz kleinem Budget. Werbung für eine Zahnarztpraxis

Richtig angewendet, kann Guerilla-Marketing so ein effizientes und erfolgversprechendes Marketing-Tool sein. Gerade bei einer regional eingegrenzten Zielgruppe können so auch mit kleineren Budgets größere Erfolge erzielt werden. Kleine Unternehmen sollten jedoch bedenken, dass auch innovative Aktionen Arbeit und Kosten verursachen, die in Relation zum Gesamtbudget gesehen werden müssen.

Guerilla-Marketing wird auch immer öfter erfolgreich von größeren Unternehmen eingesetzt. Die Verbraucher werden mit mehr Informationen und Werbebotschaften konfrontiert, als sie aufnehmen können. Der Großteil der Botschaften geht somit verloren.

Gerade große Unternehmen mit starken Marken haben erkannt, dass kreatives Guerilla-Marketing sich gegen die Werbeflut durchsetzen und Sympathien wecken kann.


Ikea Guerilla-Marketing-Aktion in Pariser Metro-Stationen

Starke Marken haben zudem den Vorteil, dass bei Aktionen, die Aufsehen erregen, das mediale Interesse auch größer ist. So wird beispielsweise die überregionale Presse eher über eine Marketing-Aktion von Ikea sprechen, als von der eines kleinen unbekannten Möbelhauses.

Wenn Sie sich mit dem Thema Guerilla-Marketing intensiver beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen das Buch „Professionelles Guerilla-Marketing“ von Katharina Hutter und Stefan Hoffmann.

Das Kostenmärchen: „SEO kostet nichts“.

SEO

Der Markt für SEO-Bücher und -Seminare boomt. Ist SEO jedoch wirklich so wirtschaftlich, wie es oft angepriesen wird?

Unter intensiven SEO-Maßnahmen wird das Platzieren von produkt- oder dienstleistungsspezifischen Suchbegriffen (Keywords) auf Suchmaschinen verstanden.

Immer häufiger rate ich von intensiven SEO-Maßnahmen ab und schwimme damit momentan gegen den Strom.

Die Vorstellung ist ja auch zu schön. Die potentiellen Kunden suchen im Internet nach einem Produkt oder einer Dienstleistung und mein Unternehmen oder mein Angebot wird auf der ersten Seite der Suchmaschine angezeigt, meistens ist es Google und das völlig kostenlos.

Mit dieser Perspektive wird der Markt mit SEO-Büchern und -Seminaren geradezu überschwemmt. Genauso verführerisch ist die Vorstellung, dass eine Reise zum Mars nur 3 Minuten dauert, wenn wir mit Lichtgeschwindigkeit fliegen könnten. Können wir aber nicht.

Ganz so schwierig ist die erste Google-Seite zwar nicht zu erreichen, aber blicken wir mal den Tatsachen ins Auge. Die ersten und die letzten drei Plätze der Seite eins werden von Anzeigen besetzt. Dazwischen bleiben 12 bis 10 potentielle Plätze für uns frei. Wenn wir über ein durchschnittliches Angebot verfügen, also kein Nischenprodukt, dann werden wir uns mit mehreren hundert, wenn nicht sogar tausend Unternehmen und Organisationen in Konkurrenz zur ersten Seite befinden. Dazu kommen noch Blogs und Verlage mit mehreren Artikeln zum Thema, Kundenbewertungen und -meinungen und verschiedene Foren. Da wird schon mal leicht die 100.000-Marke für einen Suchbegriff überschritten. Die Erfahrung zeigt, bis auf Seite 10 ist es mit viel Einsatz (viel Weiterbildung und Eigenengagement oder hohen Kosten für die SEO-Agentur) zu schaffen. Sie haben es sogar auf Seite drei geschafft? Glückwunsch! Sie haben damit Ihre Rate an Werbeanrufen und Werbe-E-Mails entschieden erhöht, denn viele Callcenter gehen bei der Jagd auf Neukunden auch die hinteren Seiten der Suchmaschinen durch, was aber nicht für Ihre potentiellen Kunden gilt. Wenn sich ein potentieller Kunde mit der Seite zwei beschäftigt, dann ist das die Ausnahme.

Für bestimmte Branchen, wie beispielsweise Touristik, ist es entscheidend, auf der ersten Seite zu landen. Deswegen beschäftigen viele größere Unternehmen zu Recht mehrere Mitarbeiter, die sich täglich nur mit dem Thema SEO beschäftigen oder es werden SEO-Agenturen mit einem Budget auch schon mal weit über 10.000,- € pro Monat ausgestattet. Mit einem kleineren SEO-Budget stehen Sie beim Run auf das Suchmaschinen-Ranking diesen potenten Wettbewerbern gegenüber.

Natürlich gibt es auch hier die berühmten Ausnahmen. Unternehmen, die Nischenprodukte und -dienstleistungen anbieten oder sehr innovative Angebote entwickelt haben, sollten mit der intensiven Suchmaschinenoptimierung die Chance nutzen, mit einem überschaubaren Budget auf der Seite eins zu landen, denn die Konkurrenz um die entsprechenden Suchbegriffe ist noch gering und überschaubar.

Wir müssen auch zwischen den intensiven und den Standard-SEO-Aktivitäten unterscheiden. Jedes Unternehmen sollte die Standard-Suchmaschinenoptimierung durchführen. D.h. die eigene Website oder das Blog mit den Standardeinstellungen entsprechend technisch optimieren und die Seite mit einer XML-Site bei den Suchmaschinen anmelden. Ziel ist es, dass der eigene Firmenname bei der Suche auf Seite eins steht (die meisten Firmennamen stehen nicht mit gleichen oder ähnlichen Suchbegriffen in Konkurrenz), denn wenn sich Ihre Zielgruppen Ihren Namen aufgrund anderer Marketingmaßnahmen bereits gemerkt haben, dann sollte dieser im Internet auch leicht zu finden sein.

Bevor sich ein Unternehmen jedoch mit intensiven SEO-Aktivitäten beschäftigt, sollte es zuerst die eigenen Chancen recherchieren, mit allgemein gültigen Keywords auf der ersten Seite zu landen, einen genügend langen Zeitraum einplanen und das Budget realistisch kalkulieren. Keine Frage, SEO-Maßnahmen können eine enorme Hebelwirkung erzielen, allerdings dürfen wir keine Erfolgsgarantien erwarten, denn nur eins ist sicher, es wird nicht günstig.






Das Kostenmärchen „Virale Videos sind preiswert“.

Der Traum eines jeden Unternehmers. Mit geringstem Budget eine große Werbewirkung erzielen. Wie realistisch ist die Planung für solch einen großen Wurf?

Wir alle kennen diese Katzenvideos, die sich ähnlich wie ein Virus ausbreiten und innerhalb kürzester Zeit Millionen von Klicks erzielen. Solch ein Video über das eigene Produkt ist der Traum eines jeden Firmeninhabers, am besten ohne hohe Produktionskosten und dann noch die 10 Millionen-Klick-Marke knacken. In vielen Büchern steht es ja auch: „Mit viralem Marketing und kleinem Budget erfolgreich werden“.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Firma Blendtec und deren Produkt, ein Standmixer. Noch während die Menschen vor 10 Jahren vor den Apple-Shops Schlange standen und teilweise vor den Stores in Zelten übernachteten, um eines der begehrten iPhones zu ergattern, stellte der Firmengründer ein Video ins Netz, in dem er zeigte, wie sein Standmixer ohne Probleme sein neues iPhone häckselt. Ergebnis: 12 Millionen Aufrufe auf YouTube. Drei Jahre später toppte er diesen Erfolg noch mit der Zerstörung des ersten iPads, mit bis heute über 18 Millionen Aufrufen. Es war eine unglaubliche Werbewirkung mit geringem Budgeteinsatz.
Natürlich versuchten daraufhin tausende von Firmen, diesen Erfolg auch mit eigenen Videos zu erzielen. Es liegt jedoch in der Natur des Menschen, dass man nur die Gewinner, aber nicht die vielen Verlierer sieht. Somit war es auch kaum verwunderlich, dass der Beratermarkt im Bereich virales Marketing überproportional anstieg. Das Versprechen, mit wenig Geld eine enorme Werbewirkung zu erzielen, ist einfach zu verlockend.

Es gilt dabei jedoch zwei Tatsachen zu bedenken.

1. Die Wahrscheinlichkeit, einen viralen Hit mit einem billigen Video zu landen, ist denkbar gering.
2. Auch ein geringes Budget bedeutet Kosten, die im Fall eines Misserfolges (und es sollten schon einige Flops miteinberechnet werden) ohne Return on Investment verloren gehen.

Gründern und Unternehmen mit kleinem Budget rate ich aus diesem Grund von viralen Videos ab.

Anders sieht es bei Unternehmen mit größeren Budgets aus. Die Werbeagentur Jung von Matt hat bereits ganz gezielt mehrere virale Hits für ihre Kunden, wie BVG, EDEKA und Netto produziert und im Internet erfolgreich platziert. Die Videos wurden entsprechend professionell erstellt und wenn es mal nicht so klappt, tut es auch nicht so weh. Eins steht jedoch fest, billig war das nicht. In Relation zu der Schaltung teurer Fernsehspots war es für die Unternehmen sicher günstiger, für einen Gründer oder einem kleinen Unternehmen mit geringem Budget wäre es jedoch reines Glücksspiel und die Chancen stehen nicht bei ihm, denn am Ende der Nacht gewinnt immer das Casino.

Videos sind ein optimales Marketingtool, um Informationen an die potentiellen Kunden weiterzugeben, z.B. bei Produkten und Dienstleistungen, die erklärungsbedürftig sind. Diese Videos können dann auch relativ preisgünstig produziert werden und leisten für das Marketing einen direkten Nutzen.

Videos, die mit dem Ziel der viralen Verbreitung erstellt werden, müssen entweder teuer produziert und aufwendig platziert werden oder sie hängen von dem Glück ab, dass ein Geistesblitz gerade perfekt auf den Zeitgeist der User trifft.